1. Deutscher Waldtag in Berlin

Berlin | Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt hat gestern den 1. Deutschen Waldtag eröffnet. Im Mittelpunkt der Konferenz, die vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft am 18. und 19. Oktober erstmals veranstaltetet wird, stehen die wichtigen Beiträge von Wald und Holzverwendung zum Klimaschutz und die Bedeutung des Waldes für Wirtschaft, Naturschutz und Erholung. Politiker und Wissenschaftler aus Bund und Ländern kommen dazu in Berlin mit Akteuren aus Forst- und Holzwirtschaft, Umwelt- und Naturschutzverbänden zusammen.

Bundesminister Schmidt erklärte: „Der Wald ist ein wahres Multitalent und ein wichtiger Klimaschützer. Der Wald leistet einen entscheidenden Beitrag für den Klimaschutz, denn er speichert Kohlenstoffdioxid in Holz und auch im Boden. Gleichzeitig versorgt uns der Wald mit Deutschlands bedeutendstem nachwachsenden Rohstoff Holz. Für das Erreichen unserer ambitionierten globalen Klimaziele ist der nachhaltig bewirtschaftete Wald essentiell: Der Wald und die Verwendung von Holzprodukten entlasten die Atmosphäre jedes Jahr um mehr als 120 Millionen Tonnen Kohlendioxid. Das entspricht mehr als zehn Prozent der deutschen Treibhausgasemissionen. Diese Synergie aus Wald und Holz ist einzigartig. Mein Prinzip heißt schützen durch nützen. Mein Ziel ist eine nachhaltige Waldbewirtschaftung, denn wir wollen die vielfältigen Funktionen des Waldes sichern: Der Wald bringt uns wirtschaftliche Erträge und Erholung, dient dem Klimaschutz und beherbergt eine vielfältige Tier- und Pflanzenwelt. Gleichzeitig sichert er Arbeit und Einkommen in den ländlichen Regionen.“

Die Teilnehmer diskutieren auf dem 1. Deutschen Waldtag, wie der Beitrag des Waldes und der Holzverwendung für den Klimaschutz erhalten und ausgebaut werden kann. Weitere Themen sind Konzepte, wie der Naturschutz und die Erholung im Wald gestaltet werden kann.

Unser Wald in Zahlen – einige Beispiele:

  • in Deutschland gibt es 11,4 Millionen Hektar Wald – das entspricht 1/3 der Fläche
  • 54,2 Prozent sind Nadelwald | 43,4 Prozent Laubwald
  • 48 Prozent des Waldes sind Privatwald | 33 Prozent Staatswald | 19 Prozent Körperschaftswald
  • ca. 1,1 Millionen Menschen arbeiten im Bereich Holz und Holzverarbeitung
  • es wächst mehr Holz nach, wie geschlagen wird – 122 Millionen Kubikmeter Zuwachs zu 76 Millionen Kubikmeter Holzernte
  • jährlich nimmt der Wald 158 Millionen Tonnen CO2 auf – das entspricht 17 Prozent der Gesamtemission
  • eine 100 Jahre alte Buche produziert 4.600 Kilogramm Sauerstoff pro Jahr – davon kann ein Erwachsener 13 Jahre lang atmen
  • in unseren Wäldern leben 2,5 Millionen Rehe | 220.000 Rothirsche | 40 Wolfsrudel | 65 Luchse
  • 47 Prozent der Wälder sind Landschaftsschutzgebiete
  • bundesweit gibt es 574.000 Kilometer Waldwege – das ist eine Strecke von 14 Erdumrundungen

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