10 Jahre Regionalpartnerschaft mit Hubei

Dresden | Ministerpräsident Stanislaw Tillich wird am Mittwoch (15. November 2017) in die Volksrepublik China reisen. Die seit vielen Monaten vorbereitete gut einwöchige Reise dient dem weiteren Ausbau der politischen, kulturellen und wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Sachsen und China.

Zur sächsischen Delegation gehören auch Wirtschaftsminister Martin Dulig sowie Umwelt- und Landwirtschaftsminister Thomas Schmidt. Sie werden den Ministerpräsidenten bei verschiedenen Stationen – unter anderem beim Besuch des 3-Schluchtenstaudamms mit dem weltweit größten Wasserkraftwerk –  begleiten und anschließend, parallel zum Programm des Ministerpräsidenten, weitere Termine mit der Wirtschaftsdelegation unter anderem in Chongqing beziehungsweise Shanghai wahrnehmen.

Mit insgesamt fast 90 Personen, darunter 45 Unternehmer und Wissenschaftler, handelt es sich um die größte sächsische Delegation, die unter einem Regierungschef je zu einer außereuropäischen Auslandsreise aufgebrochen ist.

Der Ministerpräsident wird in Wuhan und Peking Gespräche mit hochrangigen Politikern, in Unternehmen und Universitäten führen und die Konzerte der Sächsischen Staatskapelle begleiten. Wuhan ist die Hauptstadt der Partnerprovinz Hubei, mit der Sachsen seit zehn Jahren besonders eng zusammenarbeitet. Aus Anlass des Jubiläums der Regionalpartnerschaft ist dort am Freitagabend (17. November) eine Festveranstaltung mit einem Konzert der Staatskapelle unter Leitung von Alan Gilbert und dem neuen chinesischen Klassik-Superstar Yundi geplant.

Tillich sagte vorab: „Die Zusammenarbeit mit China ist für Sachsen sehr wichtig. In Wirtschaft, Wissenschaft und Kultur sind diese Kontakte nicht mehr wegzudenken. Besonders in den vergangenen zehn Jahren hat sich eine enge und vertrauensvolle Partnerschaft entwickelt. Der Freistaat Sachsen und die Provinz Hubei pflegen zahlreiche Kooperationen in Wirtschaft und Handel, Energie und Umweltschutz sowie Forschung und Bildung. Gemeinsam wollen wir in China für den Standort Sachsen werben und gleichzeitig dazu beitragen, dass Kooperationen in Wirtschaft, Kultur und Wissenschaft neu entstehen oder weiter ausgebaut werden. Besonders freue ich mich auch, dass inzwischen auch zahlreiche chinesische Investoren in Sachsen aktiv sind und hier zahlreiche Arbeitsplätze gesichert und geschaffen haben. Mit einigen von Ihnen werde ich Gespräche führen und hoffe, für ein weiteres Engagement werben zu können.“

Hintergrund

Der sächsischen Wirtschaftsdelegation gehören Unternehmen aus verschiedenen Branchen an – vom Maschinen- und Anlagenbau über Umwelttechnik bis hin zur Ernährungswirtschaft. In der staatlich gelenkten Marktwirtschaft Chinas besitzt die politische Türöffnerfunktion gerade für kleine und mittlere Unternehmen eine große Bedeutung.

China ist mit Abstand der wichtigste Exportmarkt für sächsische Unternehmen. 2016 wurden Waren im Wert von 5,5 Milliarden Euro exportiert. Die Einfuhr von Waren aus China hat sich in der Zeit der Regionalpartnerschaft mehr als verdreifacht, Importe aus China stehen in der Bilanz an dritter Stelle. Sachsen ist das einzige deutsche Bundesland, welches China als größten Handelspartner hat. Der sächsische Export nach China war in 2016 genauso groß wie der Export von Berlin, Thüringen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein, dem Saarland und Bremen zusammen

Aktuell gibt es zwischen Sachsen und China acht Städtepartnerschaften, elf Schulpartnerschaften und 84 Kooperationen im Hochschulbereich. 3.200 chinesische Studenten sind die mit Abstand größte Gruppe unter den ausländischen Studenten im Freistaat Sachsen. Mehr als 35.000 chinesische Touristen besuchten im vorigen Jahr in Sachsen zu Gast.

In der Partnerregion Hubei in der Mitte Chinas am Fluss Yangtsekiang leben knapp 60 Millionen Menschen, die Provinz gehört zu den besonders wirtschaftsstarken Regionen Chinas. Die Hauptstadt Wuhan hat rund zehn Millionen Einwohner und ist als Handelszentrum an der Kreuzung großer Handelsrouten und Industriezentrum vor allem für Automobilindustrie, Elektrotechnik, Optik und Maschinenbau, Stahl- und Textilindustrie  von Bedeutung.

Quelle: Medienservice Sachsen

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