2. Aufruf Förderprogramm

Dresden | Das Sächsische Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft (SMUL) hat am Montag, dem 16. Januar 2017,  den zweiten Aufruf des Programms »Vitale Dorfkerne und Ortszentren im ländlichen Raum« gestartet, nachdem dieses im vergangenen Jahr sehr stark nachgefragt wurde. Damit können Projekte zur Innenentwicklung von Gemeinden im ländlichen Raum des Freistaates Sachsen gefördert werden.

„Wir wollen die Ortszentren im ländlichen Raum stärken. Mit dieser Förderung unterstützen wir Sanierungsmaßnahmen an Gebäuden, den Abbruch ruinöser Bausubstanz und die Schaffung von attraktiven Freiflächen. Die Initiative ergänzt damit zusätzlich die Umsetzung der regionalen LEADER-Entwicklungsstrategien im baulichen Innenbereich der Dörfer und kleinstädtischen Zentren“, sagte Staatsminister Thomas Schmidt.

Gefördert werden über diesen Aufruf zentrale öffentliche Einrichtungen in bestehenden Gebäuden, der Rückbau von Gebäuden in zentralen Lagen mit einer Folgenutzung sowie zentrale Freiflächen und Plätze.

  • Für das Jahr 2017 stehen Fördermittel in Höhe von zehn Millionen Euro zur Verfügung. Der Zuschuss für einzelne Vorhaben beträgt mindestens 75.000 Euro, damit insbesondere größere Projekte eine Chance zur Umsetzung erhalten. Der Fördersatz liegt bei maximal 75 Prozent. Bewerben können sich Gemeinden in LEADER-Gebieten. Die Anträge können ab sofort bei den jeweiligen Landratsämtern gestellt werden.

Mit der Initiative »Vitale Dorfkerne und Ortszentren im ländlichen Raum« setzt das SMUL neben den Fördermöglichkeiten über LEADER einen weiteren Impuls für die Innenentwicklung im ländlichen Raum. Diese Förderung unterstützt insbesondere auch zentrale öffentliche Einrichtungen für Dienstleistungen und medizinische Versorgung, Bildung und Betreuung.

Hintergrundinformationen

Durch strukturelle Veränderungen besteht für Gemeinden im ländlichen Raum des Freistaates Sachsen verstärkt Bedarf zur Zentrumsentwicklung. Im Ergebnis einer forsa-Umfrage zu ländlichen Lebensverhältnissen stellt das Sächsische Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG) zusammenfassend fest, dass „sich im ländlichen Raum Verbesserungspotenziale insbesondere bei der Gestaltung von Gebäuden, Straßen und Plätzen und der Attraktivität der Innenstadt beziehungsweise des Ortskerns“ zeigen. Das erfordert die Revitalisierung von Gebäuden für veränderte Nutzungen, die Beseitigung von ruinöser Bausubstanz und ein generationengerechtes Angebot an öffentlichen Freiräumen zur Steigerung der Attraktivität der Dorfkerne und Stadtzentren. Eine Stärkung der Innenbereiche kann auch die Neuausweisung von Bauflächen auf der grünen Wiese vermeiden.

Der erste Aufruf zur Initiative »Vitale Dorfkerne und Ortszentren im ländlichen Raum« vom 30. März 2016 wurde mit der Bewilligung von insgesamt 35 Vorhaben abgeschlossen. Nachdem im Zug dieses ersten Aufrufes ersichtlichen hohen Bedarf und der positiven Resonanz bei den Gemeinden, hat sich das SMUL entschlossen, das Programm 2017 fortzusetzen. Die Mittel wurden auf Beschluss des Sächsischen Landtages von fünf auf zehn Millionen Euro aufgestockt.

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