3,8 Mio. Euro Fördermittel

Lichtenstein (22. Mai 2018) | Für den Schlossherren von Lichtenstein Mario Schreckenbach war heute ein besonderer Tag – er bekam zwei Fördermittelbescheide in Milllionenhöhe von  Innenstaatssekretär Prof. Dr. Günther Schneider überreicht. Der Freistaat Sachsen und der Bund unterstützen die denkmalgerechte Sanierung und Restaurierung von Schloss Lichtenstein mit insgesamt 3,8 Millionen Euro.

Prof. Schneider betonte während der Übergabe: „Das Schloss Lichtenstein ist ein bedeutsamer Teil der reichen sächsischen Kulturlandschaft. Die große Herausforderung wird es, dieses historische Erbe einerseits zu erhalten und andererseits eine zeitgemäße Nachnutzung zu ermöglichen.“

Geplant ist, das Schloss zu einem Wellnesshotel mit Museum auszubauen. Der denkmalbestimmende Charakter des Renaissanceschlosses wird dabei erhalten bleiben. Deshalb dienen die Fördermittel unter anderem der fachgerechten Restaurierung des Dachstuhls, des Schlosshofes, des Speisesalons sowie der Fürsten- und Prinzessinnenzimmer.

„Für solch ein Projekt braucht es jemanden mit Herzblut und einer Idee und es braucht viele Mitstreiter auch auf der Landes- und Bundesebene.“ so der Innenstaatssekretär.

Für die Baumaßnahme im Denkmalbereich sind Gesamtkosten in Höhe von 4,4 Millionen Euro veranschlagt. Der Freistaat Sachsen fördert dabei mit 1,2 Millionen Euro aus dem Sonderprogramm Denkmalpflege und der Bund mit 2,6 Millionen Euro aus dem Denkmalschutz-Sonderprogramm VI aus dem Etat der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM).

Schlossherr Mario Schreckenbach: „Es ist heute ein großer Tag für mich und meine Familie. Besonders bedanken möchte ich mich bei dem Parlamentarischen Staatssekretär Marco Wanderwitz, MdB und der Landtagsabgeordneten Ines Springer, die mir viele Türen geöffnet und großes Engagement an den Tag gelegt haben. Mein Dank gilt der Stadt Lichtenstein sowie allen Beteiligten und Unterstützern für die sehr gute Zusammenarbeit, die Geduld und den langen Atem – großen Dank an meine Familie und an den Restaurator Wolfram Voigt. Er ist mir inzwischen ein Freund geworden.“

Wolfram Voigt, der Schloss Lichtenstein inzwischen wie kein anderer kennt, gab einen kurzen Abriß zur Bedeutung des ehemaligen Herrschersitzes und seiner Verbundenheit zur Stadt  – hier gibt es gleich mehrere Superlative:

  • älteste Mörtel- und Fugenbefunde in Sachsen (zwischen 1180 und 1200)
  • ältester gotischer Bergfried von Mitteldeutschland
  • wichtigste Fürstengruft der Schönburger
  • Fürstengeschlecht der Schönburger steht in der Schlussakte des Wiener Kongresses von 1815
  • sehr gut erhaltene Tapetenbefunde aus der Zeit von 1840 bis 1870 – einmalig in Sachsen

Ines Springer: „Heute sehen wir hier drei Generationen Schreckenbach – Träger eines solchen Objektes sind immer die Familien, auch wenn es im Umfeld der Maßnahme viele Helfer gibt. Im Namen von Marco Wanderwitz und mir wünsche ich Ihnen von ganzem Herzen alle Kraft die sie brauchen und Gottes Segen. Gern stehe ich als Helfer weiter zur Verfügung.“

Hintergrund:
Schloss Lichtenstein wurde im 12. Jahrhundert als Wehranlage in Form einer Höhenburg erbaut und im Laufe der Jahrhunderte mehrfach zerstört. 1840 erhielt es sein heutiges Gepräge mit dem Arkadenumlauf im Schlosshof. Im Untergeschoss befindet sich neben der Schlosskapelle auch die Familiengruft der Schönburger. Das Adelsgeschlecht bestimmte über viele Jahrhunderte die Geschichte Südwestsachsens. Ab 1949 wurde ein Teil der Gebäude als Altenheim genutzt. Seit 2014 befindet sich Schloss Lichtenstein in Privatbesitz.

Die Fördermaßnahmen werden mitfinanziert mit Steuermitteln auf Grundlage des von den Abgeordneten des Sächsischen Landtages beschlossenen Haushaltes.

mit Quelle: Medienservice Sachsen

 

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