Jubiläumsveranstaltung

Lichtenstein | Die Kindertagespflege in Sachsen feiert Geburtstag – die Jubiläumsveranstaltung „25 Jahre Kindertagespflege in Sachsen“ fand am 04. März 2017 im Lichtensteiner Daetz-Centrum statt.

Das Betreuungsangebot für Kinder unter drei Jahren hat sich enorm entwickelt. Ab dem Jahr 1991/92 erfolgte schrittweise die Etablierung der Kindertagespflege in Sachsen – unter anderem wurde aus der Nachbarschaftspflege heraus mit der Zeit ein neuesindividuelles familiennahes Betreuungssystem geschaffen.

Die Tagung war Würdigung der geleisteten Arbeit und gleichzeitig Treff der Tageseltern untereinander sowie Erfahrungsaustausch.

Simone Kühnert und ihrem Team von der IKS (Informations- und Koordinierungsstelle Kindertagespflege in Sachsen), in  deren Händen die Fäden für die liebevolle Vorbereitung und Durchführung der Veranstaltung zusammenliefen, war es gelungen die ersten Tagesmütter Sachsens einzuladen.

Der einstimmige Tenor war – Tagesmutter zu sein ist Wunscherfüllung. Es macht einfach Spaß und geht nur gemeinsam. Unglaublich wichtig sei die Vernetzung, der Austausch, Kooperationen sowie die fachliche Beratung.

v.l.n.r. Lothar Bienst MdL, Staatsministerin für Kultus Brunhild Kurth, Ines Springer MdL, Simone Kühnert IKS, Michael Richter Landesgeschäftsführer

Grußworte überbrachten Brunhild Kurth, Sächsische Staatsministerin für Kultus; Ines Springer, Abgeordnete des Sächsischen Landtags; Thomas Nordheim, Bürgermeister der Stadt Lichtenstein, Michael Richter, Landesgeschäftsführer Der Paritätische Sachsen sowie Lothar Bienst, bildungspolitischer Sprecher der CDU-Landtagsfraktion.

Die Kultusministerin dankte den Tagesmüttern und –vätern für ihre Arbeit. „Tageseltern leisten einen wichtigen Beitrag zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf und bieten Eltern eine familiennahe Betreuungsform zur Krippe an. Sie sind zudem eine wichtige Stütze bei der Umsetzung des Rechtsanspruches auf Kinderbetreuung ab dem ersten Lebensjahr“ so die Ministerin. Aktuell kümmern sich 1.700 Tageseltern um 6.400 Kinder in Sachsen – das entspricht einem Anteil von 13 Prozent der betreuten Kinder bis 3 Jahre. Es sei daher wichtig, dass die Kommunen in ihrer Region die Tagespflege weiter unterstützen und stärken. Am 25. April 2017 findet erstmalig ein landesweiter Aktionstag der Kindertagespflege in Sachsen statt, um die öffentliche Wahrnehmung der Arbeit zu erhöhen. Tageseltern sind eingeladen, Einblicke in ihre Arbeit zu gewähren. Gern habe sie die Schirmherrschaft für den Aktionstag übernommen, so die Ministerin.

Nicht nur die Zahlen der Kindertagespflege sind gewachsen, auch die Anforderungen an die Tagespflegepersonen sind gestiegen. „Unsere Tagesmütter und –väter sind hoch motiviert. Sie nehmen häufig an mehr Qualifikations- und Fortbildungsmöglichkeiten teil als gesetzlich gefordert“, honorierte Kurth das Engagement. Seit 2001 sind dieKindertagespflege und die – einrichtung in Sachsen gleichrangige Betreuungsangebote, für die eine einheitliche Landesfinanzierung gesetzlich geregelt ist. Grundlage für die pädagogische Arbeit der Tageseltern bildet der Sächsische Bildungsplan.

Ein wichtiger Akteur ist die seit 2009 agierende IKS in Trägerschaft des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes Sachsen. Die vom Freistaat geförderte IKS setzt sich maßgeblich für die Qualitätsentwicklung der Kindertagespflege ein und ist wichtiger Ansprechpartner für Tageseltern, Politik und Verwaltung.

Lothar Bienst, MdL wies darauf hin, dass die Tageseltern wichtige Partner in der frühkindlichen Bildung und Betreuung sind und ein gleichberechtigter Partner im Freistaat. Die CDU-Landtagsfraktion hat von Beginn an familiennahe Modelle unterstützt. Die IKS als Unterstützungsstelle sucht ihresgleichen in Deutschland und leistet eine qualitativ hochwertige Arbeit.

Ines Springer bedankte sich, dass die Jubiläumsveranstaltung im wirtschaftlich stärksten Landkreis Sachsen stattfand und überreichte an die „Tagesmütter der ersten Stunde“ ein Frühlingsblumenkörchen verbunden mit einer kleinen Geschichte.

„Das Körbchen steht für das Nest, das sie den Kindern für die gute Entwicklung bieten. Die Erde steht für die Nahrung – sie „erden“ die Kinder und ernähren sie. Kinder sind wie Frühlingsblumen – kräftig jedoch zart. Bekommen sie eine gute Pflege gedeihen sie prächtig und gehen gestärkt ins Leben – das ist die Basis für ihre gute Arbeit.“

Hintergrund

Im Jahre 2017 blicken die ersten Tagesmütter auf 25 Jahre Tätigkeit zurück – eine davon ist Dorothea Fritsche aus Lichtenstein. In der Regel konnten die ersten Tagesmütter „ihren Wunschberuf“ in der ehemaligen DDR aus politischen Gründen nicht umsetzen. Sie erlernten zunächst artfremde Berufe oder waren als „Helferinnen“ in Kindergärten tätig. Nach der Wende ergriffen sie dann die Möglichkeit, ihren Traum zu verwirklichen.

mit Quelle: Medienservice Sachsen

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