LEADER-Management stärker unterstützen

(September 2017) | Sachsens Staatsminister für Umwelt und Landwirtschaft Thomas Schmidt setzt sich bei der Europäischen Union für eine Anhebung der Fördersätze für das LEADER-Management ein. Damit können dort mehr Ressourcen bei der Entwicklung zukunftsträchtiger Ideen zur Gestaltung der 30 sächsischen LEADER-Gebiete eingesetzt werden. Ein entsprechender Änderungsantrag für das „Entwicklungsprogramm für den ländlichen Raum 2014 – 2020“ (EPLR) wird derzeit mit den erforderlichen Gremien im Freistaat Sachsen abgestimmt und dann bei der EU-Kommission zur Genehmigung eingereicht.

Der Minister hatte in den vergangenen Wochen intensiv mit den Akteuren im ländlichen Raum des Freistaates Sachsens die Umsetzung regionaler Entwicklungskonzepte nach dem LEADER-Prinzip diskutiert. Bei seinen Besuchen der LEADER-Gebiete  wurde deutlich, dass die Idee der Vor-Ort-Entscheidung in der ländlichen Entwicklung in den LEADER-Aktionsgruppen (LAG) weiterhin auf breite Akzeptanz stößt. Allerdings benötigen die LAG mehr Spielräume für die Netzwerkarbeit, Impulse für Vereine, Unternehmen und Kommunen, sowie die Entwicklung eigener Projekte.

„Derzeit liegen einige gute Ideen auf Eis, da das vorhandene Personal mit der Erfüllung der EU-bedingten Regularien gebunden ist. Mehr Stellen in den LEADER-Aktionsgruppen benötigen aber mehr Eigenanteil in der Förderung. Daher werde ich mich bei der EU-Kommission dafür einsetzen, dass die Fördersätze von jetzt 80 auf künftig 95 Prozent angehoben werden“, so der Staatsminister. „Damit wäre eine Anhebung des Personalbestands der Aktionsgruppen möglich, ohne die Kommunen durch zusätzliche Eigenanteile der Förderung zu belasten.“

Eine Beantragung ist bereits jetzt mit 95 Prozent möglich. Nach Genehmigung durch die EU erfolgt die Förderung nach der geänderten Richtlinie LEADER/2014.

Hintergrund | Nach den guten Erfahrungen mit der Integrierten Ländlichen Entwicklung (ILE) in der vergangenen Förderperiode (2007 bis 2013) hatte der Freistaat Sachsen den Regionen für 2014 bis 2020 noch größere Gestaltungsmöglichkeiten in der regionalen Entwicklung eröffnet und mehr Verantwortung bei der Verwendung der Fördermittel übertragen. Bei der Förderung der Entwicklung des ländlichen Raumes setzt der Freistaat Sachsen wie kein anderes Bundesland auf das LEADER-Prinzip: Die Akteure im ländlichen Raum können nahezu flächendeckend die Vorteile eigenständiger Strategien einschließlich der Verantwortung für ihr Budget nutzen. Die Regionen erhalten dafür mit 427 Millionen Euro 40 Prozent der Mittel des sächsischen Entwicklungsprogramms für den Ländlichen Raum (EPLR). Mit diesem hohen Anteil steht der Freistaat Sachsen europaweit an der Spitze.

Die regionale Entwicklung im ländlichen Raum wird durch eine LAG getragen, die wiederum für die laufende Arbeit durch ein Management unterstützt wird. Aufgaben dieses Managements sind die Umsetzung und Überwachung der jeweiligen LEADER-Entwicklungsstrategien (LES), die Vorbereitung von Entscheidungen zu Förderungen durch die LAG, die Beratung von Vorhabenträgern und die Arbeit mit regionalen Initiativen vor Ort.

Nach einem Aufruf des SMUL haben sich 30 sächsische Regionen gebildet und sich mit ihren Entwicklungsstrategien um die Anerkennung als LEADER-Gebiet beworben. Das SMUL hat alle Strategien im April 2015 genehmigt. Die LEADER-Gebiete bestimmen nun in einem transparenten Verfahren selbst, welche Projekte in welcher Höhe gefördert werden. Die Strategien sind die Basis für thematische Aufrufe, nach denen sich Bürger, Unternehmen, Vereine und Gemeinden um eine Förderung bewerben können. Ein Entscheidungsgremium wählt nach den regionalen Prioritäten die Vorhaben aus. Die Bewilligung der Förderung erfolgt dann durch die jeweiligen Landratsämter.

LEADER (französisch: „Liaison entre actions de développement de l’économie rurale“) ist eine Initiative der Europäischen Union (EU) zur Entwicklung der ländlichen Räume unter maßgeblicher Mitarbeit der Bevölkerung. Die finanzielle Unterstützung der ländlichen Entwicklung im Rahmen von LEADER erfolgt aus Mitteln des Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) sowie aus sächsischen Landesmitteln.

weitere Informationen zu LEADER in Sachsen

Quelle: Medienservice Sachsen

 

Kommentar schreiben