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Ministerpräsident besucht Südkorea und Singapur

Seoul (26. April 2016) | Der Präsident des Bundesrates und sächsische Ministerpräsident Stanislaw Tillich hat in Seoul an die jahrzehntelange Teilung Deutschlands und den Fall der Mauer erinnert und den Koreanern Mut gemacht, weiter für die Wiedervereinigung einzutreten.

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Bundesratspräsident Stanislaw Tillich an der Seoul National University | Foto Auswärtiges Amt

„Wie unsere deutsche Geschichte zeigt, sollte man niemals die Hoffnung auf Veränderung aufgeben. Manchmal ergeben sich glückliche Momente in der Geschichte schneller als man denkt“, sagte Tillich am Dienstag in einer Rede an der Seoul National University. „Es war eine Aufgabe von Generationen, an der Deutschen Einheit festzuhalten. Und es ist und bleibt eine Aufgabe von Generationen, sie zu gestalten.“

Tillich sprach auf Einladung der Universität über den Wandel in Osteuropa, das Ende des Kalten Krieges und den Weg zur deutschen Einheit.

„Manch einer hatte sich mit der Teilung Deutschlands abgefunden. Viele Menschen gaben aber auch in dieser Zeit die Hoffnung auf eine Wiedervereinigung nicht auf“, sagte Tillich in seiner Rede mit dem Titel „25 Jahre deutsche Wiedervereinigung – eine Geschichte von Glück und Anstrengungen“.

Der Ministerpräsident erinnerte an die Zeit des Wandels in Europa in den 1980er Jahren, als in der Sowjetunion mit Michail Gorbatschow ein Reformer an die Macht kam und der Ruf nach Freiheit in Osteuropa immer lauter wurde. Zugleich hob er die Rolle der Bürgerbewegung in Ostdeutschland hervor und den Mut der Menschen, für Veränderungen auf die Straße zu gehen. Sächsische Städte wie Plauen, Leipzig und Dresden seien wichtige Orte der Friedlichen Revolution gewesen.

Tillich: „Es war eine glückliche Zeit, und es waren glückliche Umstände. Die Friedliche Revolution in Ostdeutschland ging einher mit dem Wandel in Osteuropa und dem Ende des Kalten Krieges.“ Er bezeichnete es als glücklichen Umstand, dass auch in den Jahrzehnten der deutschen Teilung der Kontakt zwischen den Menschen in Ost und West nie abgebrochen war. „Die Menschen im Osten hatten eine Vorstellung vom Leben in Freiheit, in der Demokratie und der Marktwirtschaft. Der andere Teil Deutschlands war nie wirklich fern. Mir ist bewusst, dass die Situation hier in Korea eine andere ist. Aber ich möchte Sie dennoch ermutigen, die Hoffnung auf eine Wiedervereinigung nie aufzugeben.“

Tillich hob auch das entschlossene, schnelle und diplomatische Handeln der damaligen Regierung von Helmut Kohl hervor und ging auf die Zeit nach der deutschen Wiedervereinigung ein. Nach den glücklichen Momenten der Wiedervereinigung seien die Jahre des Wiederaufbaus eine Zeit der Anstrengungen gewesen. Der Aufholprozess Ostdeutschlands sei heute, 25 Jahre später, zwar noch nicht abgeschlossen, die Fortschritte aber enorm. So gehöre der Freistaat Sachsen heute zu den innovativsten Regionen Europas.

Tillich ist noch bis Ende der Woche mit einer großen Wirtschaftsdelegation in Südkorea und Singapur unterwegs. Auf dem Programm stehen zahlreiche Gespräche mit Spitzenpolitikern, Unternehmern und Wissenschaftlern. Bereits am Montag war Tillich mit der südkoreanischen Präsidentin Park Geun-Hye zu einem Gespräch zusammengekommen. In Singapur wird der Bundesratspräsident am Freitag von Premierminister Hsien Loong Lee empfangen.

Die Reise dient dem weiteren Ausbau der guten politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Beziehungen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und den beiden asiatischen Staaten. Zugleich will Tillich für den Standort Sachsen als bedeutenden europäischen Technologiestandort und lohnenswertes Tourismusziel werben.

Hintergrund

Zwischen den beiden asiatischen Staaten und Deutschland bestehen enge Kontakte. Auch der Freistaat Sachsen hat die Beziehungen zu Südkorea und Singapur in den vergangenen Jahren immer weiter ausgebaut. Erst Anfang 2015 war der Premierminister der Republik Singapur zu Gast in Dresden. Die südkoreanische Staatspräsidentin hatte während ihres Staatsbesuchs im März 2014 auch Sachsen besucht.
Südkorea zählt zu den wirtschaftlich besonders erfolgreichen und rasch wachsenden Staaten. Binnen 50 Jahren entwickelte sich Südkorea von einem Nehmer- zu einem Geberland bei der Entwicklungshilfe. Heute ist Südkorea siebtgrößte Exportnation der Welt. Singapur hat international einen sehr guten Ruf als herausragender Technologiestandort.

mit Quelle Medienservice Sachsen | Medienservice Sachsen | Bild sachsen.de

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