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Projekt »Landnetz« kann starten

Berlin / Dresden (17. Oktober 2019) | Drei sächsische Einrichtungen haben heute in Berlin offiziell Fördermittelbescheide des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) in Höhe von insgesamt 7,6 Millionen Euro erhalten. Die Einrichtungen erhalten die Mittel für das Projekt »Landnetz«. Darin forschen die Wissenschaftler der TU Dresden gemeinsam mit dem Sächsischen Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie sowie dem Fraunhofer-Institut für Verkehrs- und Infrastruktursysteme an digitalisierten Anwendungen für die Landwirtschaft. Beteiligt sind an dem Projekt die TU Dresden mit dem »5G Lab Germany« und den Instituten für Naturstofftechnik und Nachrichtentechnik sowie der Professur für Agrarsystemtechnik und mit der Vodafone Stiftungsprofessur Mobile Nachrichtensysteme sowie das Sächsische Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft im Rahmen des simul+InnovationHub.

»In den Projekten wird die intelligente Unterstützung von Arbeitsschritten in der Landwirtschaft untersucht und weiterentwickelt. Die Digitalisierung wird uns helfen, noch transparenter, tiergerechter sowie ressourceneffizienter und damit umweltschonender zu wirtschaften, hochwertige Nahrungsmittel nachhaltig zu erzeugen und Arbeitsprozesse zu erleichtern. Investitionen in die Erforschung und damit das Vorantreiben der digitalen Landwirtschaft sind Investitionen in den Umweltschutz und die Ressourcenschonung«, sagte Staatsminister Thomas Schmidt. »Ich freue mich sehr, dass unsere Partner diese Unterstützung erhalten und das ‚Landnetz‘ starten kann! Das Projekt unterstreicht die sächsische Vorreiterrolle im Bereich der digitalen Landwirtschaft.«

Das Konsortium unter Leitung der TU Dresden hatte sich mit dem Projekt »Landnetz« beworben. Dabei soll ein bis zu 2 000 Quadratkilometer großes Gebiet mit modernen Technologien für die Land- und Forstwirtschaft, insbesondere auch für den Obst- und Weinbau, zwischen Nossen und Torgau errichtet werden. In dem Gebiet werden innovative digitale Technologien und neu entwickelte Landtechnik für die Land- und Forstwirtschaft Hand in Hand mit Betrieben in der Region anwendungsnah erprobt. So wird beispielsweise ein Ackerboden mit Sensoren ausgestattet, mittels derer Bodendichte, Feuchtigkeit und Nährstoffgehalt ausgelesen werden können. Die Daten werden über ein modernes Mobilfunknetz an den Landwirt übertragen, über eine Software analysiert und ausgewertet. Der Landwirt erhält so ein Flächenbild und Details zur Qualität seiner Äcker. Mit dieser Auswertung können etwa Düngung oder Bewässerung genau an die Bedürfnisse des Bodens und der Pflanzen abgestimmt werden. Das beugt Überdüngung vor, spart Ressourcen, ist wirtschaftlicher und nachhaltiger. Auf Basis einer zukunftsweisenden digitalen Infrastruktur erforscht das Projekt zum einen, was »Digitalisierung« für Land- und Forstwirtschaft, zum anderen aber auch für den ländlichen Raum genau bedeutet und welche Potenziale mithilfe einer flächendeckenden Netzabdeckung erschlossen werden können. Zudem wird ein Messnetz errichtet. Die Messergebnisse werden online öffentlich zugänglich gemacht. So wird eine vollständige Transparenz hinsichtlich der Erfüllung immissionsschutzrechtlicher Anforderungen gewährleistet. Profitieren werden auch die Kommunen der Region, wie zum Beispiel Lommatzsch.

Hintergrund | In einem wichtigen Baustein des »Zukunftsprogramms Digitalpolitik Landwirtschaft« des BMEL sollen Experimentierfelder im gesamten Bundesgebiet aufgebaut und betrieben werden, die untereinander koordiniert und vernetzt agieren. Aufgabe dieser Experimentierfelder ist der Technologie- und Wissenstransfer sowohl in die landwirtschaftliche Praxis als auch in die Öffentlichkeit. Zwei der bundesweit 14 Experimentierfelder sind Teil des simul+InnovationHub (»EXPRESS« und »Landnetz«). Der InnovationHub ist eine Säule der Zukunftsinitiative simul+ des SMUL.

Quelle: Medienservice Sachsen

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