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Sächsischer Bürgerpreis 2016 verliehen

Dresden | Zum sechten Mal wurde der Sächsische Bürgerpreis am 17. Oktober 2016 in der Unterkirche der Frauenkirche verliehen.

Gemeinsam mit der Stiftung Frauenkirche Dresden und der Kulturstiftung Dresden der Dresdner Bank würdigt der Freistaat  Sachsen Vereine, Initiativen, Institutionen oder Einzelpersonen für ihren herausragenden Einsatz für die Gesellschaft, für Toleranz und für Demokratie.

Die enorme Bandbreite des bürgerschaftlichen Engagements zeigte sich erneut in der hohen Anzahl an Nominierungen. 118 Vorschläge aus den Landkreisen und kreisfreien Städten sind in diesem Jahr bei der Jury eingegangen.

Ministerpräsident Stanislaw Tillich betonte: „Die Vielzahl der Nominierungen zeigt jedes Jahr aufs Neue, wie viele Menschen sich in Sachsen auf großartige Weise für das Gemeinwohl engagieren. Alle Nominierten stehen für diesen Reichtum.“ Mit Blick auf die Ausgezeichneten, Nominierten und die mehr als eine Million ehrenamtlich Engagierten in ganz Sachsen fügte Tillich hinzu: „Mit ihrem Engagement sorgen sie dafür, dass unsere Zivilgesellschaft abwehrstark ist gegen den Populismus und dessen simple Botschaften. Es bleibt dabei: Eine kleine Minderheit, auch eine laute, bleibt eine kleine Minderheit. Wer Hass predigt, muss Widerspruch ernten.“

Frauenkirchenpfarrer Sebastian Feydt erklärte: „Sie sind ein Segen für uns alle: die Menschen und Initiativen, die wir mit dem Sächsischen Bürgerpreis ehren. Sie stehen für die große Zahl jener, die mit Kreativität, Tatkraft und Zugewandtheit das Gebot der Nächstenliebe leben. Großherzig statt kleinmütig, fürsorglich statt selbstbezogen, idealistisch statt realitätsverdrossen setzen sie sich für die Gemeinschaft ein. Dieser Haltung gebührt Dank und Anerkennung gerade an einem Ort, der durch bürgerschaftliches Engagement wieder erstanden ist.“

Die Preisträger sind:

  • Kategorie gesellschaftlich-soziales Engagement

Die ehrenamtlichen „Betreuungslotsen“ der Jugendgerichtshilfe Dresden – sie bieten Hilfe zur Selbsthilfe für straffällig gewordene Jugendliche. Betreuungslotsen unterstützen bei der Suche nach einer Wohnung und einem Ausbildungsplatz und geben Hilfe im Alltag. Seit 2004 konnte so 420 Jugendlichen geholfen werden. Die Lotsen leisten einen Beitrag zur Kriminalprävention und schaffen mit den Jugendlichen Grundlagen für ein straffreies und geordnetes Leben.

  • Kategorie Engagement im Sport für Demokratie und Toleranz

Jörg Dathe – er ist mit 70 Jahren stellvertretender Vorsitzender des Döbelner SV sowie Integrationsbeauftragter im Programm „Integration durch Sport“. Flüchtlingen und bedürftigen Kindern aus sozial schwachen Verhältnissen werden sportliche Angebote gemacht. Der Verein ist aktiv bei der Integration. So wurden im Döbelner SV drei Freizeitsportgruppen für die zahlreichen Flüchtlinge in der Stadt gebildet.

  • Kategorie kulturell-geistliches Engagement

Ehrenamtlicher Bücherdienst der Städtischen Bibliotheken Dresden – Ältere, Kranke und behinderte Menschen werden von Bücherboten zu Hause besucht und mit einem Medienpaket versorgt. Dieses wird individuell auf die Interessen des einzelnen Lesers zusammengestellt. Aktuell werden fast 100 Leser von ehrenamtlichen Bücherboten besucht. Dieser Service ist kostenlos und bereichert das Leben der älteren Leute. Nebenbei entstehen zahlreiche soziale Kontakte.

  • Kategorie Engagement in der Schule für Demokratie und Toleranz

Adam-Ries-Bund e.V. aus Annaberg-Buchholz – er organisiert mit dem Adam-Ries-Wettbewerb einen jährlichen mathematischen Wettbewerb für Schüler der Klassenstufe 5 aus Bayern, Sachsen, Thüringen und Tschechien. Der 1991 gegründete Verein verfolgt das Ziel der Bewahrung des kulturellen Erbes, weckt mathematische Interessen, Freude am Rechnen und befasst sich mit dem Werk des Rechenmeisters Adam Ries. Die Organisation des Wettbewerbs und die Betreuung der Schüler erfolgt durch die ehrenamtlichen Mitglieder.

  • Kategorie Engagement in der Hilfe für Flüchtlinge

Eine Gruppe von Jugendlichen setzt sich neben ihrem Schulalltag in der Gemeinschaftsunterkunft Friedersdorf ehrenamtlich für Flüchtlinge ein. Unter dem Titel „Friede hilft!“ bringen sie Flüchtlingen Sprache und Kulturverständnis nahe, betreuen Kinder während der Deutschkurse und vermitteln die Kultur und den Alltag in Deutschland. Höhepunkt war eine Feier zum Frauentag, wo gemeinsam gekocht, getanzt und gefeiert wurde.

Die Preise wurden von Ministerpräsident Stanislaw Tillich, Frauenkirchenpfarrer Sebastian Feydt und Petra Ostermann von der Kulturstiftung Dresden der Dresdner Bank überreicht.

Die Preisträger wurden von einer unabhängigen Jury ausgewählt. Deren Mitglieder waren:

  • Pia Findeiß, Oberbürgermeisterin der Stadt Zwickau,
  • Andreas Pinkwart, Rektor der Handelshochschule Leipzig,
  • Stefan Raue, Chefredakteur des Mitteldeutschen Rundfunks,
  • Frank Richter, Direktor der Landeszentrale für politische Bildung,
  • Adelheid Schoeck-Schindzielorz, ehemalige Vorsitzende des Vereins Spielprojekt e.V.,
  • Frauenkirchenpfarrer Sebastian Feydt sowie
  • Petra Ostermann, Geschäftsführendes Vorstandsmitglied der Kulturstiftung Dresden der Dresdner Bank.

Hintergrund:

Seit 2011 rückt der Bürgerpreis unter Schirmherrschaft von Ministerpräsident Stanislaw Tillich Menschen in den Fokus, die sich ganz besonders für eine demokratische Gesellschaft engagieren. Die Landkreise und kreisfreien Städte sind aufgerufen, Projekte und Personen aus ihrer Region zu nominieren. Der Sächsische Bürgerpreis ist mit jeweils 5.000 Euro dotiert. In diesem Jahr ist die Kategorie „Hilfe für Flüchtlinge“ neu zu den bisherigen vier Kategorien hinzugekommen. Weiterführende Informationen: www.freistaat.sachsen.de/Buergerpreis.htm

mit Quelle: Medienservice Sachsen

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