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Sächsischer Bürgerpreis verliehen

FKDresden | Am 6. Oktober 2014 wurde unter der Schirmherrschaft von Ministerpräsident Stanislaw Tillich der Sächsische Bürgerpreis in der Unterkirche der Frauenkirche Dresden verliehen. Mit der Auszeichnung würdigen der Freistaat Sachsen, die Stiftung Frauenkirche Dresden und die Kulturstiftung Dresden der Dresdner Bank herausragenden Einsatz für das demokratische Gemeinwesen.

Um der großen Bandbreite des bürgerschaftlichen Engagements gerecht zu werden, erfolgte die Auslobung des Preises in vier Kategorien. Nominiert waren insgesamt 70 Vereine, Initiativen, Gruppen und Einzelpersonen.

Der Sächsische Bürgerpreis ist mit jeweils 5.000 Euro dotiert. In der Kategorie „Engagement in der Schule für Demokratie und Toleranz“ teilen sich in diesem Jahr zwei Preisträger die Auszeichnung.

Der Sächsische Bürgerpreis wurde in den folgenden Kategorien vergeben:

  • gesellschaftlich soziales Engagement – an das Bündnis für Humanität und Toleranz aus Kamenz, welches sich seit 2011 für Asylbewerber engagiert. Durch die Ehrenamtlichen werden Deutschkurse, Hausaufgabenhilfe und Förderunterricht angeboten, Informationsveranstaltungen organisiert, Werte wie Mitmenschlichkeit, Toleranz und Gastfreundlichkeit vermittelt und friedliches Zusammenleben angeregt.
  • Engagement für Demokratie und Toleranz im Sport – an das Fan-Projekt Aue e.V, welches sich für eine gewaltfreie, faire und tolerante Fankultur einsetzt. Der Verein organisiert Filmabende, interkulturelle Fußballturniere und Lesungen, ist Ansprechpartner bei allen Heim- und Auswärtsspielen des FC Erzgebirge Aue e.V., fördert gegenseitigen Respekt und baut diskriminierende Verhaltensweisen ab.
  • Engagement in der Schule für Demokratie und Toleranz – an zwei Preisträger –  zum einen die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten (VVN-BdA) und zum anderen das Käthe-Kollwitz-Gymnasium in Zwickau.  # Schülerinnen und Schüler beschäftigen sich in der VVN-BdA außerhalb des Unterrichts mit der Zeit des Nationalsozialismus.  Selbstständig und tolerant Handeln – dazu befähigen Zeitzeugengespräche, Fahrten zu Gedenkstätten und Lesunge. Die Schüler lernen,  sich gegen rechtsextreme und neonazistische Tendenzen und für Demokratie einzusetzen. # Das Käthe-Kollwitz-Gymnasium wird für die Veranstaltungsreihe „Schule im Dialog“ ausgezeichnet. Seit 2005 kommen Schülerinnen und Schüler in Vorträgen, Lesungen, Bildungsreisen und Workshops mit historischen Geschehnissen und aktuellen Ereignissen in Berührung. Sie beschäftigen sich etwa mit der NS- und SED-Diktatur, um Extremismus verstehen und ihm entgegenwirken zu können, lernen sich eine Meinung zu bilden und sie zu vertreten. Beides sind wichtige Fähigkeiten in einer Demokratie.
  • kulturell-geistliches Engagement – an Monika Gerdes, die in Crostwitz bei Kamenz auf Spendenbasis eine Pilgerherberge am Ökumenischen Pilgerweg eingerichtet hat. Selbst Sorbin, ermöglicht sie Pilgern das Kennenlernen des sorbischen Volkes und seiner Kultur, ermöglicht Begegnungen von Pilgern aus aller Welt mit den Crostwitzer Bürgern und trägt zur Toleranzförderung und den Abbau von Vorurteilen bei.

Die Preise wurden von Landtagspräsident Dr. Matthias Rößler, Frauenkirchenpfarrer Sebastian Feydt und Ralf Suermann von der Kulturstiftung Dresden der Dresdner Bank in der Unterkirche der Frauenkirche im Beisein von Landräten, Oberbürgermeistern, Abgeordneten sowie von Vertretern aus Kirchen, Stiftungen, Vereinen, Hochschulen und Kultureinrichtungen überreicht. Den Festvortrag hielt Dresdens Oberbürgermeister a.D. Herbert Wagner.

„Für etwas verantwortlich gemacht werden – oder für etwas Verantwortung übernehmen: Das ist der Unterschied, den wir heute würdigen“, sagte Landtagspräsident Matthias Rößler. „In einer Zeit, in der wir daran erinnern, dass vor 25 Jahren Menschen Verantwortung übernommen haben und für Freiheit und Demokratie auf die Straße gegangen sind – für eine bessere Zukunft. Heute Abend ehren wir im Geiste der Friedlichen Revolution die, die hier in unserem Freistaat Sachsen für ihre Mitmenschen da sind. Die aus ihrem ureigenen Verantwortungsgefühl handeln, damit Sachsen uns allen eine gute Heimat ist.“

Frauenkirchenpfarrer Sebastian Feydt sagte: „Die Frauenkirche Dresden ist ein Symbol dafür, was bürgerschaftliches Engagement bewirken kann. Es ist der passende Ort, um Personen und Initiativen, die sich durch ihr gesellschaftlich-soziales und kulturell-geistliches Wirken verdient gemacht haben, zu ehren und herauszustellen, wie wichtig der Einsatz für Demokratie und Toleranz in besonderen Bereichen wie in der Schule und im Sport ist.“

Bis zum 31. Mai 2014 waren die Landkreise und kreisfreien Städte in Sachsen zur Nominierung möglicher Preisträger aufgerufen.  70 Vorschläge gingen ein und die Preisträger wurden von einer unabhängigen siebenköpfigen Jury ausgewählt.  Die Jury setzte sich wie folgt zusammen:

  • Pfarrer Sebastian Feydt, Stiftung Frauenkirche Dresden,
  • Ralf Suermann, Kulturstiftung Dresden der Dresdner Bank,
  • Frank Richter, Direktor Sächsische Landeszentrale für politische Bildung,
  • Dr. Pia Findeiß, Oberbürgermeisterin von Zwickau,
  • Stefan Raue, Chefredakteur Mitteldeutscher Rundfunk,
  • Prof. Dr. Andreas Pinkwart, Rektor der Handelshochschule Leipzig,
  • Adelheid Schoeck-Schindzielorz, Vorsitzende Spielprojekt e. V.

Weitere Informationen zum Sächsischen Bürgerpreis finden Sie auch im Internet unter: http://www.freistaat.sachsen.de/Buergerpreis.htm

Programmheft von 2014 zum Download [*.pdf | 1 MB] finden Sie hier

mit Quelle: Medienservice Sachsen

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