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Umweltminister trifft tschechischen Amtskollegen

Dresden | Bei einem Besuch in Dresden-Pillnitz haben sich Tschechiens Landwirtschaftsminister Marian Jurečka und Sachsens Staatsminister für Umwelt und Landwirtschaft, Thomas Schmidt, am Donnerstag, dem 27. Juli 2017 über verschiedene Themen ausgetauscht. Minister Jurečka besucht Sachsen zum ersten Mal offiziell. Beide Minister hatten sich bereits mehrfach auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin getroffen.

Themen der Gespräche waren die sächsischen Vorschläge für den sogenannten ELER-Reset, die Zukunft der europäischen Agrarpolitik nach 2020, Öko-Landbau sowie gemeinsame Aktivitäten zur Nutzung moderner Methoden in der Landwirtschaft.

Sachsen setzt sich auf europäischer Ebene für eine grundsätzliche Neuregelung der Förderung des ländlichen Raums ein. Die Vorschläge für den ELER-Reset sind auf eine vereinfachte Förderung gerichtet, die sich auf die Ziele und Ergebnisse orientiert und nicht auf Verfahrensfragen. „Die Fachleute aus dem Tschechischen Landwirtschaftsministerium haben uns bereits im Juni ihre Unterstützung signalisiert. Ich bin sehr froh, dass ich das Thema heute mit Minister Jurečka noch einmal in einem persönlichen Gespräch erörtern konnte. Die teilweise sehr komplizierten Verfahren müssen vereinfacht werden, und zwar sowohl für die Antragsteller als auch für die nationalen Verwaltungen. Dieser Ansatz kann dazu beitragen, ein besseres Verhältnis zwischen Kosten und Nutzen bei der Förderung zu erreichen“, so Staatsminister Schmidt.

Minister Schmidt informierte seinen Gast über die im vergangenen Jahr gestartete Zukunftsinitiative simul+, die in der Landwirtschaft Akteure aus Forschung und Entwicklung mit potenziellen Anwendern vernetzen soll. Ziel ist es, wissenschaftliche Ergebnisse und neue Verfahren schneller in die Praxis zu überführen. Derzeit erstellt die Fraunhofer-Gesellschaft eine Studie, die Entwicklungsmöglichkeiten aufzeigen soll, die sich aus der zunehmenden Digitalisierung ergeben. Entsprechende Projekte sollen gemeinsam mit Partnern aus anderen europäischen Ländern umgesetzt werden.

Zum Thema Öko-Landbau berichtete Staatsminister Schmidt, dass in Sachsen in diesem Jahr erneut ein starker Zuwachs auf diesem Gebiet zu verzeichnen sei. So hätten Landwirte für eine Fläche von mehr als 52 000 Hektar entsprechende Förderung beantragt, im Vergleich zum Vorjahr sei das ein Anstieg von 28 Prozent. Sachsen habe seit diesem Jahr die Förderung für die ersten beiden Jahre des Öko-Landbaus angehoben. Diese beiden Jahre seien für die Landwirte wirtschaftlich schwierig, weil sie bereits nach Öko-Standards arbeiten müssen, ihre Produkte aber noch nicht als Öko-Ware verkaufen dürfen.

Mit Blick auf die Ausgestaltung der EU-Agrarpolitik nach dem Jahr 2020 sprachen sich beide Minister für die Beibehaltung einer angemessenen Finanzierung sowie für einen Erhalt des zwei-Säulen Modells bei der Förderung des ländlichen Raumes aus.  Eine Kappung der Direktzahlungen wird abgelehnt. Die Minister vereinbarten, sich gegenseitig über weitere Schritte bei der Diskussion um die künftige Agrarpolitik zu informieren.

Quelle: Medienservice Sachsen

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