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Tag des Gedenkens

Dresden (13. Februar 2020) | Ministerpräsident Michael Kretschmer hat dazu aufgerufen, im Wissen um unsere Geschichte für ein friedliches Zusammenleben und gegen Spaltung, Gewalt und Ausgrenzung einzustehen.

»Es ist wichtig, dass wir uns erinnern, weil sich Geschichte dann nicht wiederholt, wenn wir sie kennen und die richtigen Schlüsse daraus ziehen. Wir alle tragen Verantwortung für unsere Demokratie und ein friedliches Miteinander«, sagte Kretschmer am Donnerstag bei einer Gedenkveranstaltung in Dresden anlässlich des 75. Jahrestages der Bombardierung der Stadt im Zweiten Weltkrieg. Daran nahm auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und der Herzog von Kent teil.

Der Ministerpräsident erinnerte an ein Treffen in Dresden vor wenigen Tagen mit Schülerinnen und Schülern und einer Zeitzeugin. Die Dresdnerin habe die Schrecken der Bombennacht vor 75 Jahren sehr klar und in bewegender Weise geschildert. Ihre Schlussfolgerung sei ebenso klar und eindeutig gewesen: »Nie wieder Krieg« und keine Macht den Extremisten und Demokratieverächtern.

Kretschmer sagte weiter, es sei richtig, dass junge Menschen keine Schuld an den Verbrechen der Nationalsozialisten treffe. »Sie und wir alle tragen aber Verantwortung für einen verantwortlichen Umgang mit der Geschichte im Hier und Heute.« Auch deshalb sei es gut, Wissen und Erfahrungen weiterzugeben.

Zugleich wandte er sich gegen jegliche Versuche, den Tag des Gedenkens und die Trauer um die Toten für ideologische Zwecke zu missbrauchen. Kretschmer: »Es ist wichtig, dass wir uns erinnern, dass dieser Krieg gegen die Menschlichkeit von Deutschland ausging. Es ist wichtig, dass wir die Bombardierung von Dresden und anderen deutschen Städten immer auch in den historischen Kontext einordnen, der vom 30. Januar 1933 bis zum 8. Mai 1945 reicht.« Auch der Blick in die Zukunft dürfe uns nicht geschichtsvergessen machen, mahnte er. Zu erinnern und nicht zu vergessen, heiße, aller Opfer zu gedenken.

Der Regierungschef dankte allen, die sich dafür eingesetzt haben, dass Dresden einen Weg gefunden hat, in würdiger Form zu erinnern, unter anderem mit Andachten, Konzerten, Lesungen und Diskussionsrunden. Dazu gehört auch die Menschenkette, die erstmals 2010 die Dresdner Altstadt umschloss. Seither reichen sich an jedem 13. Februar Tausende Menschen die Hände, um der Opfer zu gedenken und zugleich ein deutliches Zeichen gegen Hass und Gewalt und für Gemeinsamkeit und Versöhnung zu setzen.

In die Menschenkette wollte sich am Abend neben dem Ministerpräsidenten auch der Bundespräsident einreihen.

Quelle: Medienservice Sachsen

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