Unternehmerstammtisch

Lichtenstein | Auf Einladung der Landtagsabgeordneten Ines Springer fand der zweite Unternehmerstammtisch »Politik trifft Wirtschaft« am 11. September 2018 statt. In der Lichtensteiner Miniwelt trafen sich Unternehmer der verschiedensten Branchen. Die Direktorin des Amtsgerichts Zwickau Eva-Maria Ast war die Referentin des Abends. In klaren Worten sprach sie zum Thema »Strafverfahren von der Anzeige bis zum Urteil sowie neue Entwicklungen«.

Dabei ging sie u.a. auf folgende Fragen ein: Wie ist der Ablauf eines Strafverfahrens? Wie lange dauert es? Was passiert in Erster und Zweiter Instanz?  Was ist bei einer Strafanzeige zu beachten? Werde ich als Anzeigeerstatter vom Ausgang des Verfahrens benachrichtigt?

In ihren Ausführungen legte sie besonderes Augenmerk auf „beschleunigte Verfahren“. Diese stellen eine besondere Form des Strafverfahrens dar. Ziel ist es, strafrechtlich relevante Sachverhalte mit einer einfachen Beweislage schnell und effektiv zu verhandeln. Fälle wie Schwarzfahren, Drogendelikte, Ladendiebstahl oder das Zeigen von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen bei Demonstrationen sollen schneller vor Gericht gebracht werden. Dabei soll die Strafe der Tat unmittelbar folgen. „Beschleunigte Verfahren“ sind zulässig, wenn seit der Tat kurze Zeit vergangen ist. Die Ladungsfrist beträgt 24 Stunden – im normalen Strafverfahren 1 Woche. Die Anklage kann auch mündlich erhoben werden, was zur weiteren Beschleunigung führt. Sie sind nur bei Erwachsenen anwendbar. Das Strafmaß für den Täter darf 1 Jahr Freiheitsstrafe nicht überschreiten.

Die Vereinfachung in den Abläufen wurde zwischen der Staatsanwaltschaft Zwickau und der Polizei schon getestet. „Beschleunigte Verfahren“ werden in anderen Bundesländern bereits mit großem Erfolg durchgeführt. „Was andere Bundesländer können, können wir auch“, so Eva-Maria Ast.

Im Anschluss an den Vortrag fanden viele anregende Gespräche statt. Für das leibliche Wohl sorgte Matthias Polster und sein Team vom Restaurant „Am Tor zur Welt“. Werner Schmitt, geschäftsführender Gesellschafter der Miniwelt Sachsen GmbH, ermöglichte den Gästen bis zum Dunkelwerden sogar noch einen Rundgang durch den kulturellen Landschaftspark – sozusagen eine „kleine Weltreise“.

Miriam Förster, die Juniorchefin der gleichnamigen Bäckerei, überraschte die Anwesenden mit leckeren Pralinen und personalisierter Schokolade – eine wunderbare Idee für ein Geschenk oder zum Firmenjubiläum.

Ines Springer: „Herzlichen Dank an alle Beteiligten. Besonders danke ich Eva-Maria Ast, dass sie sich die Zeit genommen hat. Sie hat mit ihrem Vortrag den oftmals langwierigen Weg eines Strafverfahrens einfach und verständlich vermittelt. Die konsequente Anwendung der „beschleunigten Verfahren“ begrüße ich im Sinne von uns allen sehr. So kommen kleine Delikte – die mit einer Freiheitsstrafe bis zu 1 Jahr geahndet werden – zügig zu Ende. Der Unternehmerstammtisch soll fortgeführt werden. Es ist wichtig, dass die Firmen voneinander wissen, um Netzwerke zu bilden und gemeinsam unsere Region zu stärken.“

 

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