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Weichen stellen für künftige Agrarpolitik

Sachsen bringt sich schon frühzeitig in die Diskussion um die EU-Agrarpolitik nach 2020 ein. Dazu wird eine enge Abstimmung mit dem Berufsstand erfolgen, um gemeinsam für die Interessen der sächsischen Landwirte einzutreten, sagte Landwirtschaftsminister Thomas Schmidt am Freitag (23. Juni 2017) bei der gemeinsamen Ernte-Pressekonferenz mit dem Sächsischen Landesbauernverband (SLB).

„Auch nach 2020 muss die Agrarförderung auf hohem Niveau erhalten bleiben“, betonte der Minister. „Die Landwirte erbringen wichtige Leistungen für die Gesellschaft. Sie versorgen uns zuverlässig, ausreichend und zu sehr erschwinglichen Preisen mit Lebensmitteln. Mit der Bewirtschaftung sorgen sie außerdem dafür, dass unsere Kulturlandschaft erhalten bleibt. Diese Leistungen müssen von der Gesellschaft auch entsprechend honoriert werden, wenn wir Landwirtschaft und damit Arbeitsplätze im ländlichen Raum erhalten wollen!“ Das gelte gleichermaßen für große und kleine Betriebe und unabhängig von deren Rechtsform.

„Schon heute haben sich viele Landwirte für Bewirtschaftungsmethoden entschieden, die über die gesetzlich vorgeschriebenen Mindeststandards des Umwelt- und Tierschutzes hinausgehen“, so der Minister weiter. Auch das liegt nicht nur im eigenen Interesse der Landwirte. Es ist der Wunsch der Gesellschaft. Entsprechende Förderprogramme müssen einfach, wirkungsvoll und praxisnah über die zweite Säule ausgestaltet werden“.

Sachsen wird die schnelle Überführung neuer Techniken und Verfahren in die Praxis auch weiter unterstützen. Mit der vor einem Jahr gestarteten Zukunftsinitiative simul+ sollen Akteure aus Wissenschaft und Praxis zusammengeführt und entsprechende Netzwerke gebildet werden, um beim Einsatz umweltschonender Bewirtschaftungsmethoden, beim Tierschutz und bei der Ressourceneffizienz noch schneller voranzukommen. Gleichzeitig setzt sich der Freistaat Sachsen auf europäischer Ebene für eine grundsätzliche Neuregelung der Förderung des ländlichen Raumes ein. Die Vorschläge für den sogenannten »ELER-Reset« sind auf eine vereinfachte Förderung gerichtet, die sich auf die Ziele konzentriert und nicht auf Verfahrensfragen. Sie erhalten mittlerweile in Deutschland und Europa von vielen Seiten deutliche Unterstützung.

In diesem Jahr erwarten Sachsens Landwirte eine durchschnittliche bis gute Ernte. Auf einigen leichten Standorten sind jedoch bei Getreide Trockenschäden zu erwarten. Große Unwetterschäden sind in diesem Jahr bisher ausgeblieben. Auch der Befall mit Pflanzenkrankheiten und Schädlingen war bisher gering. In diesem Jahr ernten Sachsens Landwirte voraussichtlich auf 363.000 Hektar Getreide, darunter 194.200 Hektar Weizen und 115.900 Hektar Gerste. Auf 128.700 Hektar wird Raps angebaut. Dazu kommen 80.300 Hektar mit Silomais, 16.000 Hektar Zuckerrüben, 13.500 Hektar Ackerbohnen und Erbsen sowie 6.300 Hektar Kartoffeln.

Der Sächsische Agrarbericht im Internet unter https://publikationen.sachsen.de/bdb/artikel/28552

Quelle: Medienservice Sachsen

 

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